Ein Dokument zu erkennen und ein Dokument zu verarbeiten sind zwei unterschiedliche Aufgaben. Erkennen liefert Text und Felder. Verarbeiten heißt, diese Felder zu prüfen, einem Vorgang zuzuordnen und in ein Zielsystem zu überführen, mit einem Freigabeschritt durch einen Menschen, wo es sinnvoll ist. Agentische Dokumentverarbeitung beschreibt diesen zweiten Schritt.
Vom Feld zur Fundstelle
Jedes erkannte Feld braucht eine Fundstelle: die Information, aus welchem Teil des Dokuments ein Wert stammt. Ohne diese Zuordnung lässt sich ein Ergebnis nicht nachvollziehen, sondern nur glauben oder nicht glauben. Mit ihr kann eine Fachkraft eine markierte Rechnungssumme direkt an der Stelle im Originaldokument prüfen, an der sie tatsächlich steht, statt dem System blind zu folgen.
Deterministische Regeln vor freier Interpretation
Was sich eindeutig prüfen lässt, sollte nicht von einem Sprachmodell frei interpretiert werden. Eine IBAN-Prüfziffer, ein gültiger Mehrwertsteuersatz oder das Format einer Rechnungsnummer folgen festen Regeln. Agentische Verarbeitung setzt solche Prüfungen deterministisch um und reicht nur das an ein Modell weiter, was tatsächlich Interpretation verlangt, etwa die Zuordnung eines Freitexts zu einer Kostenstelle. Diese Aufteilung hält das System dort berechenbar, wo Berechenbarkeit möglich ist.
Die Prüfschleife
Nicht jedes Feld lässt sich mit derselben Sicherheit bestimmen. Werte, die unsicher bleiben, etwa bei schlechter Scanqualität oder widersprüchlichen Angaben, laufen in eine Prüfschleife statt ungeprüft in ein Zielsystem. Diese Schleife kann automatisiert sein, etwa ein Abgleich gegen Stammdaten, oder eine Fachkraft einbeziehen. Entscheidend ist, dass ein unsicherer Wert als solcher erkennbar bleibt, bis er bestätigt oder korrigiert wurde.
Freigabe durch Menschen, wo es zählt
Am Ende eines agentischen Prozesses steht oft eine Handlung mit Folgen: eine Buchung, eine Zahlung, ein Bescheid. Für solche Schritte sieht agentische Dokumentverarbeitung eine Freigabe durch einen Menschen vor, statt eine vollautomatische Ausführung. Die Software bereitet die Entscheidung vor, indem sie Felder erkennt, prüft und einem Vorgang zuordnet. Die Entscheidung selbst bleibt, wo sie mit Verantwortung verbunden ist, bei einer Person.
German-OCR setzt dieses Zusammenspiel aus Erkennung, Prüfung und Übergabe an SAP, RIB oder ein Dokumentensystem bereits heute um; Details stehen unter german-ocr.de.